Ich möchte keine Heldin sein

Babyotter

Unsere Arbeit ist wichtig. Unsere Arbeit ist schön, schrecklich, wunderlich, traurig, macht glücklich oder krank. In unserer Arbeit erbringen wir manchmal außergewöhnliche Leistungen. Das ist großartig. 

Dafür sollte man sich bedanken.

Aber wir sind keine Helden.

Wir lernen, studieren, arbeiten, üben und praktizieren bis wir es besser können. Wie in jedem Beruf. Die Tragweite mag für manche Menschen eine andere sein. Für viele ist jedoch der perfekte Hausbau wichtiger als das gesunde Knie. Alles Ansichtssache.

Was uns zu alltäglichen Helden macht, ist die Verbindung, körperliche und psychische Leistungen zu erbringen, die uns über unsere Belastungsgrenze hinaus katapultieren. Nicht nur Ärzte. Auch die vielen Menschen in der Pflege.

Wochen, in denen man 13 Tage am Stück arbeitet, mal 2 Stunden, mal 5 Stunden nachts schläft. Man schläft am Tag, mittags, im Sitzen oder im Stehen. Die Arbeitszeitrichtlinien werden  jeden Tag übergangen. Die Arbeitsintensität ist mit keiner Intensität der letzten Jahrzehnte vergleichbar. Das  Arbeitsaufkommen sprengt jegliche Grenzen.  Die gesetzlichen Regelungen gleichen einem Dschungel der Unmöglichkeiten.

Ein Luxusproblem? Früher ging es doch auch? „Ich möchte keine Heldin sein“ weiterlesen

Die „Notaufnahmeschwester“ packt aus

Notaufnahmeschwester

Ende März habe ich einen Artikel veröffentlicht: „Ich wünsche mir mehr Mittelfinger“. Es geht um die Arbeitsbedingungen im Gesundheitssystem und warum ich mich darüber wundere, dass nicht mehr Menschen, diesem Gesundheitssystem den „Mittelfinger“ zeigen.

Am 31.03.18 schreibt die „notaufnahmeschwester“ einen Text auf ihrem Blog „And now her watch is ended“.

DIE „Notaufnahmeschwester“, bekannt aus ihrem gleichnamigen Blog „notaufnahmeschwester.com“, gibt ihren Job in der Notaufnahme auf!

Die Bloggerin, die im Januar dieses Jahres für ihren Blogtext „Ihr Lappen!“, den goldenen Blogger Award verliehen bekam, verlässt ihren Heimathafen „die Notaufnahme“ nach 21 Jahren.

Ist das ihr persönlicher Mittelfinger? „Die „Notaufnahmeschwester“ packt aus“ weiterlesen

Diskussionen sind wichtig

Erinnert ihr euch noch an meinen ersten Post? Auch auf meiner Zweigstelle bei Doccheck wurde der Post nun veröffentlicht: „Ich bin Lieschen Müller“. Und die Kollegen diskutieren. Über Arbeitsbedingungen, das Gesundheitssystem, Schuld, Verantwortung, Ursachen und Lösungen. Das ist gut. Und wichtig. Die Leser sind sich nicht einig. Sonst wäre das Problem ja schließlich schon gelöst. Ich liebe Diskussionen. Solange sie konstruktiv sind. Nicht immer muss es politisch korrekt zu gehen. Emotionen haben bei mir einen großen Stellenwert. Das Bauchgefühl ist mir wichtig. Was wäre schon eine Diskussion ohne die emotionale Beteiligung. Online diskutieren artet jedoch manchmal aus. Man kennt sein Gegenüber nicht. Anstandsregeln gelten anscheinend nicht für alle. Die Leute fühlen sich frei und beleidigen. Werden persönlich. Ich nehme es nicht persönlich. Hauptsache man diskutiert irgendwann über das Thema, rüttelt auf. Aber deshalb diskutiere ich am liebsten am Tisch. Da sitzen mir nämlich mein Partner, die Freunde oder die Diskussionsteilnehmer gegenüber. Da spüre ich die Emotionen und sehe sie im Gesicht. Die pulsierenden Venen auf der Stirn oder die wütenden Fäuste, die auf den Tisch hauen. Die gerunzelte Stirn oder das gelöste Lachen. Ich freue mich schon auf die nächste Tischrunde.