„Irgendwann ist Feierabend“

Feierabend

„Arbeitende Mütter sind noch lange nicht so akzeptiert, wie arbeitende Väter.“

„Beruf und Familie klappen. Persönliche Freizeit bliebt nicht übrig.“

Wie ihre Leben als Ärztinnen und Mütter aussehen, schildern eine Chirurgin, eine Psychiaterin und eine Anästhesistin im Interview, hier auf dem Blog.

Die Interviews sind ehrlich, persönlich und ungeschönt. Sie handeln von Prioritäten, notwendiger Abgrenzung und dem Schritt, die Kinder in die Fremdbetreuung zu geben.

Vielen Dank für die Beantwortung der Interviewfragen! Ich bin sicher, dass sich einige angehende Ärztinnen und werdende Mütter fragen, wie eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf, möglich ist.

Wenn ihr auch Teil dieses Blogs werden und anderen Frauen ein Beispiel geben wollt – einfach mitmachen, Fragen beantworten und an mich zurück senden auf unfallchirurginundmutter[@]googlemail.com. Ich freue mich auf eure Antworten!

 

Bildquelle: flickr.com, by Rolf Dietrich Brecher

Frauensache, Männersache

In der Notaufnahme liegt Herr Hip. Seine künstliche Hüfte ist ausgekugelt. Die Hüfte sitzt da sonst eigentlich ganz gut. Seit 2 Jahren ist Herr Hip mit der Hüfte glücklich. Er spielt Tennis, geht Ski fahren und hat bereits einen Halbmarathon mit der neuen Hüfte absolviert. Heute ist aber beim Krafttraining, in der tiefen Kniebeuge, die Hüfte ausgekugelt. Herr Hip sieht auch aus wie ein Kraftpaket. Herrlich, da wird die Reposition ein Kinderspiel… Ich frage bei meinem Oberarzt an, ob ich gleich die Anästhesie holen darf. Reposition unter Vollnarkose, MIT dem guten Muskelrelaxans. Nein, Frau Unfallchirurgin, da streichen die uns glatt wieder einen Punkt aus dem OP-Saal. Nein, nein, das geht sicherlich ganz gut unter Analgosedierung, ist ja wohl Ehrensache. Ich wünschte, ich könnte ihm per Telefon die Ausmaße des Oberschenkels schicken. Dann eben so. Geht natürlich nicht. Ach was. Die Rettungsdienstcrew ist noch da, sie feixen. Sowas ist also Frauensache! Ich rufe den Oberarzt an. Soll er doch selbst reponieren. Als er Herr Hip erblickt, runzelt er die Stirn. Wissen Sie, die Hüftreposition in Analgosedierung ist häufig schwierig. Aber ich mach das mal, das ist Männersache! Ihm stehen die Schweißperlen auf der Stirn, aber die Hüfte bewegt sich keinen Zentimeter. Ich sage, wissen Sie, die Hüftreposition in Analgosedierung ist häufig schwierig. Die Anästhesie marschiert an und das gute alte Muskelrelaxans tut ihren Dienst. Wissen Sie, sagt der Anästhesist, die Hüftreposition mit den Anästhesisten ist immer möglich.