2019. Jetzt bist du da.

Dunkles Wasser

2019 hat begonnen!

2018 war ein schnelles Jahr. Getrieben, gerannt, gestolpert, gestürzt, geflogen und gefallen. Alles war dabei. Du lässt dich kaum einfangen.

Die unzähligen schönen Momente. Die unbändige Freude und die glücklichen Stunden. Die aufregenden Minuten und die ärgerlichen Sekunden. Ich habe die Tage umarmt und genossen. Manche verschlafen oder gar vergessen. Das Leben ist ein tosender Wasserfall.

Da warst du, kleines glitzerndes Sternlein. Tobende, stürmische Wellen. Graue, wirbelnde Unruhe, hektische Ansammlung des großen Wassers. Lodernde Hitze und traurige dunkle Ecke. „2019. Jetzt bist du da.“ weiterlesen

Kostenlose Lektüre für die ruhigen Tage

Merle singt "Frohe Weihnachten"

Die Notaufnahme ist geschmückt wie der Eingangsbereich des Weißen Hauses.

Vielleicht soll die überwuchernde Gemütlichkeit von der eigentlichen Hektik ablenken. Weihnachten steht vor der Tür.

Momentan arbeiten wir in der Klinik mit einem absoluten Minus an Assistenzärzten. Keine schöne Bescherung.

Über Weihnachten werde ich arbeiten müssen.  Ich besetze vor allem die Nachtdienste, um zumindest tagsüber ein wenig Zeit mit der Familie zu haben.  Frööööhliche Weihnachtszeit!

Aber dann irgendwann, wenn der ganze Spaß rum ist, wird es ruhig. Ein paar Minuten, Stunden, vielleicht sogar ein paar Tage.

Vielleicht auch bei euch?

Wer in der freien Zeit nicht auf meine Erlebnisse im Krankenhaus verzichten möchte, kann in meinen kostenlosen Lektüren bei DocCheck stöbern. 

Ich habe euch 10 Kurzgeschichten noch  kürzer zusammengefasst, damit ihr wisst, was euch in einer ruhigen Minute erwartet. „Kostenlose Lektüre für die ruhigen Tage“ weiterlesen

Mein Bart wird weiß

Weihnachtssterne

Seit einigen Tagen wächst mein Bart.

Unendlich lang wird er. Weiß, richtig flauschig. Auch meine Ohren und meine Nase werden deutlich länger, fast knollig. Aufgrund der Kälte ziehe ich meist meine roten Handschuhe und die lange Mütze an und meine Nase leuchtet rot.

Mein Garten wird von den Rentieren belagert und die kleinen Helferlein packen die Geschenke ein.

STOP!

Kleine Helferlein? Irgendwie fehlen die. Aber die Liste der vorweihnachtlichen Notwendigkeiten wächst täglich.

Weihnachtsmarkt im Kindergarten. 1 Wochenende? Nein, 3 Samstage werden für die Vorbereitungen veranschlagt. Zusätzliche abendliche Basteltermine, Plätzchen die zum Verkauf gebacken werden sollen und Schichten, die am Tag selbst übernommen werden müssen, stehen an.

Die unfallchirurgische Abteilung plant eine Weihnachtsfeier. Jeder bringt Plätzchen und einen Salat. Zusätzlich gibt es einen Wichteltag mit den Schwestern und ein Treffen zum Eislaufen. „Mein Bart wird weiß“ weiterlesen

Was ist, was bleibt?

Bäume im Nebel

Ich stehe in einem Tunnel, bin umgeben von Nebel. 

Es zischen Autos und Motorräder an mir vorbei. Die Menschen sind konzentriert, lachen, weinen oder singen. Ich muss mich anstrengen, ihre Gesichtszüge zu erkennen. Sie fliegen an mir vorbei. Die Geschwindigkeit ist atemberaubend.

Dort sitzt der Mann mit der Kreissägenverletzung an der Hand am Steuer. Hier schwirrt der Junge aus dem Schockraum umher. Im Auto weiter vorne erkenne ich ein luxiertes Sprunggelenk, das bereits soweit operiert ist, dass ich nur noch die Platte fest schrauben muss. Den Menschen dazu kann ich nicht erkennen. Ich glaube, es war eine Frau.

Hinter mir stehen Wäscheberge, das Bügeleisen, ein ungeschmückter Weihnachtsbaum.

Es wird eng. „Was ist, was bleibt?“ weiterlesen

Ich möchte keine Heldin sein

Babyotter

Unsere Arbeit ist wichtig. Unsere Arbeit ist schön, schrecklich, wunderlich, traurig, macht glücklich oder krank. In unserer Arbeit erbringen wir manchmal außergewöhnliche Leistungen. Das ist großartig. 

Dafür sollte man sich bedanken.

Aber wir sind keine Helden.

Wir lernen, studieren, arbeiten, üben und praktizieren bis wir es besser können. Wie in jedem Beruf. Die Tragweite mag für manche Menschen eine andere sein. Für viele ist jedoch der perfekte Hausbau wichtiger als das gesunde Knie. Alles Ansichtssache.

Was uns zu alltäglichen Helden macht, ist die Verbindung, körperliche und psychische Leistungen zu erbringen, die uns über unsere Belastungsgrenze hinaus katapultieren. Nicht nur Ärzte. Auch die vielen Menschen in der Pflege.

Wochen, in denen man 13 Tage am Stück arbeitet, mal 2 Stunden, mal 5 Stunden nachts schläft. Man schläft am Tag, mittags, im Sitzen oder im Stehen. Die Arbeitszeitrichtlinien werden  jeden Tag übergangen. Die Arbeitsintensität ist mit keiner Intensität der letzten Jahrzehnte vergleichbar. Das  Arbeitsaufkommen sprengt jegliche Grenzen.  Die gesetzlichen Regelungen gleichen einem Dschungel der Unmöglichkeiten.

Ein Luxusproblem? Früher ging es doch auch? „Ich möchte keine Heldin sein“ weiterlesen

Merle erklärt: der Körper heilt es!

Die 3  jährige Johanna ist traurig. Ihre beste Freundin Lisa fehlt im Kindergarten. Lisa ist krank. Sie hat Fieber, Husten und Schnupfen.

Johanna wünscht sich, dass Lisa trotzdem kommt und mit ihr spielt. Leider geht das nicht. Denn Fieber ist ein Krankheitszeichen.

Johanna möchte, dass Lisa mit ihrer Mutter zum Kinderarzt geht. Dann kann er sie heilen und Lisa kann wieder in den Kindergarten kommen.

Das wäre wirklich toll! Aber leider geht das nicht so schnell. Man braucht schon etwas Geduld und Zeit.

Merle erklärt Johanna, wer Lisa wieder gesund macht. 

Der Körper hat Selbstheilungskräfte

Im Herbst ist es häufig, dass man Husten oder Schupfen hat. Erkältungsviren verursachen diese unangenehmen Zustand.

Nicht immer muss man deshalb zu Hause bleiben. Frische Luft, ein warmer Tee und etwas Ruhe helfen dem Körper, sich selbst zu heilen.

Kommt allerdings Fieber dazu, ist das ein Alarmzeichen. Der Körper ist krank. Jetzt braucht Lisa viel Ruhe und muss sich erholen. Wenn das Fieber länger anhält als 3 Tage, geht Lisas Mutter mit ihr zum Kinderarzt.

Es gibt viele Möglichkeiten, dem Körper beim gesund werden zu helfen. Aber die meiste Arbeit, erledigt er ganz von selbst! Wir müssen also gut auf ihn aufpassen. 

Viele Grüße

Unterschrift Lieschen Müller

Bildquelle: Eigene