Interview mit einer Internistin und Mutter von vier Kindern

In welcher Fachrichtung arbeiten Sie, Klinik oder Praxis, Teilzeit oder Vollzeit und wie viele Kinder haben Sie?

Innere Medizin, Klinik, seit Kind Nr. 4 mit einer 80%-Stelle (zzgl. Dienste). Bis zum Facharzt habe ich 100% gearbeitet.

Wie organisieren Sie Ihren Alltag mit Beruf und Kind/er?

Wir leben in Sachsen, es ist also eine gute Betreuung gewährleistet. Die Kleinen in Krippe und Kindergarten, für die Grundschüler Hort. Bis 17:00 wäre eine Betreuung möglich. Morgens macht mein Mann die Kinder fertig und verteilt sie in die Einrichtungen. Ich gehe verkürzt arbeiten und hole die Kinder ab. Die Großen sind schon recht selbstständig und können viele Wege alleine machen (10&11 Jahre).

Wie haben Sie ihre Auszeit vom Beruf empfunden und würden Sie sich noch einmal für eine Babypause entscheiden?

Bei den beiden Grossen habe ich noch studiert und mir jeweils nur ein halbes Jahr Pause gegönnt. Bei den beiden Jüngeren habe ich die Auszeit von einem Jahr sehr genossen.

Welche Probleme sehen Sie in der Vereinbarkeit vom Beruf als Ärztin und Mutter?

Trotz 80% Gehalt wird 100% Arbeit als selbstverständlich angesehen

Familiengründung in der Weiterbildungszeit zur Fachärztin – ein kluger Weg?

Auf jeden Fall!

Wie haben Sie ihren Wiedereinstieg nach der Kinderpause erlebt?

Es hat jedes mal etwas länger gedauert, wieder reinzufinden.

Wie hat sich Ihre Arbeitsweise, nachdem Sie Mutter geworden sind, verändert?

Ich habe immer als Mutter gearbeitet, durch die Kinder bin ich recht effektiv und schaffe es gut, mich zu organisieren.

Wie sehen Sie die Unterstützung durch Gesellschaft, Arbeitgeber und Kollegen für arbeitende Mütter und Väter?

Im Prinzip auf dem richtigen Weg, mehr Teilzeitmöglichkeiten und flexibles Arbeiten wäre schön, besonders an großen Häusern/Universitäten, an denen man im Rahmen der Weiterbildung nicht vorbei kommt.

Fühlen Sie sich gleichberechtigt gegenüber Ihren männlichen Kollegen? Haben Sie die gleichen Chancen?

Wenn ich alles in gleichem Maße unter einen Hut bekommen würde, hätte ich bestimmt gleiche Chancen. Ich muss aber beruflich Abstriche machen, daher sind die Chancen eingeschränkt.

Welchen Ratschlag würden Sie anderen Ärztinnen, die über die Familienplanung nachdenken, geben?

Macht einfach. Wenn ihr Kinder wollt solltet ihr sie bekommen, alles andere findet sich.