Frischer Wind

Dr. Lieschen Müller, Rotwein und das Manuskript by Eigene

Heute ist mein Interview mit Lea Hampel bei der ZEIT ONLINE erschienen. Es ist ein Interview über meine dunkle Phase, über meinen Idealismus, meinen Weg als Unfallchirurgin und Mutter, über Ängste und über Emotionen.

Die Reaktionen lassen mich teils staunend und fragend zurück. Ein Großteil der Leser scheint sich am Gehalt der Ärzte zu stören. Ein interessanter Blickwinkel auf die Menschlichkeit.

Zum allergrößten Teil aber bestätigen sie mich auf meinem Weg. Auf Twitter solidarisieren sich meine Kolleginnen und Kollegen. Sie sprechen davon, dass ich ihnen aus der Seele und aus dem Herzen spreche. Sie empfinden die Situation im Gesundheitswesen ähnlich brisant.

An dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bei ihnen dafür bedanken!

In meinem Alltag erfahre ich durch meine gelebte Herzlichkeit, Empathie und Gespräche auf Augenhöhe häufig Rückschläge. Kollegen belächeln mich und können meine extra Portion Zwischenmenschlichkeit nicht nachvollziehen. Patientengerechte Versorgung entspricht nicht unserem Vorbild in der Klinik. Hier standhaft zu bleiben und für meine Ideale zu kämpfen, fällt mir nicht immer leicht. Dennoch halte ich diese Qualitäten für eine zwingende Voraussetzung in meinem Beruf als Ärztin. Einen Patienten habe ich übrigens noch nie darüber schmunzeln sehen, lächeln hingegen schon.

2020 wird ein Jahr der Veränderungen.

Im Februar wird mein Buch erscheinen. Mitte des Jahres werde ich meinen Facharzttitel erlangen und Ende des Jahres einige Zusatzbezeichnungen anhängen. Und nein, ich schreibe nicht hoffentlich. Denn ich bin mir sicher, dass ich das schaffe.

Wie auch bisher, liegt mir der Ausbau meiner Seite mit den Interviews, sehr am Herzen. Gerade eben habe ich von einer Oberärztin an einer Uniklinik die beantworteten Interviewfragen zugeschickt bekommen. Ein tolles Interview, das ihr nächste Woche zu lesen bekommt. Ich bedanke mich jetzt schon herzlich für die Beantwortung der Interviewfragen.

Für alle anderen Veränderungen in diesem Jahr wird mich mein Herz lenken. Ich freue mich darauf.

Eure

Unterschrift Lieschen Müller

Alternativen zur Akutmedizin

Alternative Wege

Im heutigen Beitrag darf ich euch zwei Ärztinnen vorstellen, die alternative Wege zur Akutmedizin gehen.

Eine Allgemeinmedizinerin und Mutter eines Sohnes erzählt in ihrem Interview von ihrem Plan der Mutterschaft. Sie sieht die Allgemeinmedizin als einzige Option, ein Familienleben zu haben.

Eine Ärztin in Weiterbildung arbeitet Teilzeit in einer geriatrischen Klinik, um Vereinbarkeit aktiv leben zu können. Vor allem die Unplanbarkeit in der Akutmedizin sieht sie als Hauptproblem für ein fehlerfreies Arbeiten. In ihrem Interview beschreibt sie ihren Tagesablauf und rät, sich bei der Arbeitssuche nach Abteilungen um zusehen, die bereits ein festes Modell für Teilzeitarbeit bieten können.

Vielen Dank für die Interviews!

Möchtet ihr auch Teil des Blogs werden? Dann schreibt mir auf unfallchirurginundmutter[@]googlemail.com und beantwortet die Interviewfragen. Ich freue mich auf eure Interviews!

Bildquelle: flickr.com, by Merja Shaw

Weiterbildungs-K.O.

Knockout der Weiterbildung

Ein Kind als Knockout der Weiterbildung? Die Interviews zweier Ärztinnen, machten mich betroffen und wütend.

Eine Radiologin in leitender Funktion und Mutter eines Kindes beschreibt in ihrem Interview die fehlende Unterstützung für Eltern, v.a. von Müttern, innerhalb der Ärzteschaft. Nicht nur Mobbing und Diskriminierung spricht sie an. Nein, auch der fehlende Zusammenhalt unter Ärztinnen, ist ein großes Problem.

In ihrem Interview wird deutlich, dass sie einige immense Hürden in ihrer Weiterbildung überwinden musste, um heute dort zu stehen, wo sie ist. Die Rückkehr nach ihrer Elternzeit beschreibt sie als katastrophal. Nur durch einen Stellenwechsel und ihren gnadenlose Willen, sich nicht alles gefallen zu lassen, ist sie heute in einer leitenden Funktion. Vielen Dank für dein Interview!

Auch das Interview einer Internistin und Mutter von zwei Kindern erzählt von der fehlenden Unterstützung innerhalb der Ärzteschaft. Anstatt sich zu solidarisieren, sei fehlende Wertschätzung an der Tagesordnung. Vor allem die fehlende Bereitschaft der Kliniken für realistische Teilzeitarbeit, und nicht nur vertraglich festgeschriebene Teilzeitarbeit, sehe sie als Hauptproblem.

Die Interviews sind Beispiele für die gnadenlose Medizinerwelt und das hohe Potential, Ärztinnen in den „Knockout“ zu treiben.

Frustration, Depression, Abhängigkeit, Substanzmissbrauch und Krankheit sind die Folgen. Zu drastisch? Vielleicht reicht den Arbeitgeber*innen auch das verschwenderisch hohe produktive Potential, das hier zu unrecht verschlissen wird, um bald etwas zu ändern? Ich hoffe es sehr und stelle jeden Tag fest, dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen!

Ich bedanke mich ganz herzlich für die offenen Worte und wünsche allen beiden Ärztinnen viel Erfolg auf ihrem Weg!

Ihr habt Ähnliches erlebt? Oder ihr könnt diese Eindrücke nicht bestätigen? Vielleicht erlebt ihr es sogar, dass ihr als Ärztinnen und Mütter eine besondere Wertschätzung erfahrt?

Schreibt mir auf unfallchirurginundmutter[@]googlemail.com, beantwortet die Interviewfragen und zeigt anderen Ärztinnen, wie #Vereinbarkeit möglich ist.

Bildquelle: flickr.com, by Daniel Novta

Du bist wertvoll!

wert.

Heute darf ich euch zwei Ärztinnen vorstellen, die euch Mut machen sollen.

@Dr. Blub ist Allgemeinmedizinerin und Mutter von zwei Kindern. @Traveleve ist Anästhesistin und Mutter eines Kindes.

Auf twitter schreiben sie sich ihren Alltagsfrust von der Seele und teilen wichtige und interessante Informationen.

Travelve rät in ihrem Interview dazu, zu machen was man möchte. Trotz dem zu erwartenden Widerstand, sollte man an sich glauben und seine Vorstellungen umsetzen.

Dr. Blub rät dazu, sich nicht unterkriegen, sich und seinen Wert nicht kleinreden zu lassen und einzufordern, was einem zusteht.

Ihre Erfahrungen sind geprägt von Rückschlägen und Hindernissen. Aber sie machen Mut und geben Kraft. Vielen Dank für eure Interviews!

Möchtet ihr auch Teil des Blogs werden?

Teilt eure Erfahrungen und schickt mir eure ganz persönlichen Interviews auf unfallchirurginundmutter[@]googlemail.com zu. Ich freue mich darauf!

Bildquelle: flickr.com, by Damian Gadal

Respekt und Verständnislosigkeit

Vase mit Respekt

Mittlerweile kennt ihr schon viele Frauen und Mütter in der Medizin, die ihre ganz persönlichen Antworten auf die Interviews veröffentlicht haben.  Es sind alles Frauen, die sich trauen, einen Weg in der Medizin als Ärztin zu gehen und Kinder zu bekommen.

In einem System, das vorrangig von Männern dominiert und erschaffen ist, kein leichter Weg. Die Strukturen sind in vielen Bereichen bis heute auf das Weiterkommen der Männer ausgerichtet. Auch im privaten Umfeld sind die Reaktionen auf arbeitende Ärztinnen unterschiedlich.

„Fury Roadster“ ist Kinderärztin, arbeitet auf der neonatologischen Intensivstation und  trifft zum Beispiel auf Respekt und Verständnislosigkeit.

Ihr Interview ist ehrlich und hilfreich. Sie rät anderen Frauen dazu, ehrlich zu sich und anderen zu sein – nur wer weiß, was er möchte, erreicht seine Ziele. Danke für dein Interview!

Eine Ärztin, die überhaupt nicht damit gerechnet hat, schwanger zu werden, ist Psychiaterin „Fusselhirn“.

Sich für die Familie und Kinder zu entscheiden, war eine gemeinsame Entscheidung mit ihrem Partner, der mittlerweile seinen Beruf für die Kinder mit erhöhtem Betreuungsaufwand, aufgegeben hat. Sie arbeitet dafür als Vollzeit-Oberärztin. Ihr Interview ist gleichermaßen offen wie motivierend. Danke für das Interview!

Wer ebenfalls Teil des Blogs werden und anderen Frauen ihre Geschichte erzählen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Ich freue mich über jedes Interview! Das Interview einfach an unfallchirurginundmutter[@]googlemail.com senden.

Lest, stöbert und fasst Mut für euren eigenen Weg

Eure

Unterschrift Lieschen Müller

Abstellgleis? Nein danke!

Heute darf ich zwei Frauen vorstellen, die ihre ursprünglichen Karrierepläne änderten, um ihre Mutterrollen und ihre Rollen als Ärztinnen zu vereinbaren.

Eine Chirurgin und Mutter von zwei Kindern erzählt von ihrer Vorstellung, erst als Fachärztin Kinder zu bekommen und nun in der Notaufnahme zu arbeiten. Dafür gibt sie ihren Job in der Chirurgie auf.

Eine Allgemeinmedizinerin arbeitet in einer Rehaklinik. Um ihrem Mann den Rücken frei zu halten, gibt sie ihren Traum in der Urologie auf.

Doch ist diese Entscheidung, die Änderung des ursprünglich eingeplanten Weges, immer schlecht? Nein. Beide Ärztinnen können in ihren aktuellen Fachdisziplinen nun endlich sagen.

„Ich bin gleichberechtigt.“

Wer meinen Blog bereichern und anderen Frauen die Türen öffnen möchte mit seinen Erfahrungen, darf gerne mein Interview ausfüllen und es mir auf unfallchirurginundmutter[@]googlemail.com zurück schicken.

Ich freue mich sehr darauf und bin unglaublich dankbar für die vielen Rückmeldungen!

Eure

Unterschrift Lieschen Müller

Bildquelle: flickr.com, by liebeslakritze