Gefahr im Verzug

Kennt ihr das? Ihr seht die Lawine auf euch zurollen? Vor einigen Monaten ging es mir so. Wir haben einen neuen Kollegen in der Abteilung. Eigentlich ist das ja klasse. Einen guten Mitspieler kann man immer gebrauchen. Unser neuer Mitspieler spielt aber nicht gerne im Team. Wäre ja gar nicht mal so das Problem. Von dem Ross kriegen wir ihn schon noch runter. Bisher hat das noch bei jedem geklappt. Wir sind alle Teamplayer. Klar, es muss auch einen Stürmer geben und einen Torwart. Aber für uns 11 Mann und Frau auf dem Feld passt das. Unser „Neuer“ hingegen ist Frischling und Stürmer. Auch noch kein Problem. Gibt es ja oft. Wenn aber der Stürmer alle Scheuklapppen aufsetzt, die wedelnden Arme der Mitspieler von rechts und links missachtet, die Rufe des Trainers nicht hört, strotzend vor Arroganz und Ignoranz jeden Elfmeter verschießt, dann ist Gefahr im Verzug… Lest weiter bei Doccheck.

Entscheidungen

Euer Chef möchte etwas von euch. Egal ob Krankenhaus oder anderes Arbeitsumfeld, es ist überall das Gleiche. Hierarchien gibt es überall. Bei mir heißt es jeden Tag: „Da ist noch Patient X und Y in der Sprechstunde. Machen Sie mal Frau Müller“. Am besten sind die Aufgaben schon erledigt, bevor sie auftauchen. Oder zumindest erledigt ohne den Chef einzubeziehen. Sowieso sofort erledigen und nicht nachher. Entscheiden möchte er schon gleich gar nicht. Oder eben später. Nein, nein, nein! Unabhängig davon, dass er einen Haufen voll Geld dafür bekommt, dass er die Entscheidungen trifft UND die Verantwortung trägt (und ich NICHT!), ist das nicht meine Aufgabe und oft außerhalb meiner Kompetenz. In manchen Situationen kommt er damit durch. Er ist nicht da. Oder am OP-Tisch. Oder delegiert an einen anderen Oberarzt. Der ist dann ebenfalls angenervt, wenn er die Entscheidung treffen soll. Aber ich treffe die Entscheidungen in meiner Position nicht alleine. Und das ist dann übrigens auch schriftlich festgehalten. In meinen Briefen beziehe ich mich dann im Prozedere (das ich nicht immer nachvollziehen kann – trotzdem, dass ich nachlese und mich erkundige!..oder sogar genau deshalb!) auf die Person, die die Entscheidung getroffen hat. „Laut Oberarzt Orthopäde wird konservativ behandelt.“ „Laut Chefarzt ist hier eine operative Intervention notwendig.“ Manche Oberärzte sprechen mich darauf an. Ob das denn wirklich sein muss. JA, MUSS. In zwei Wochen weiß ich nämlich nicht mehr, mit wem ich diesen oder jenen Fall diskutiert habe. Den Tipp für dieses „Absichern“ hat mir übrigens Oberarzt Super gegeben. Echt klasse von ihm. Das nenne ich wirklich mal „Mentoring“.

Übrigens: zum Thema Entscheidungen treffen und Prioritäten setzen ist heute mein Artikel „Notaufnahme: Der Wichtigste zuletzt“ auf doccheck erschienen. Viel Spaß beim Lesen.