Abstellgleis? Nein danke!

Heute darf ich zwei Frauen vorstellen, die ihre ursprünglichen Karrierepläne änderten, um ihre Mutterrollen und ihre Rollen als Ärztinnen zu vereinbaren.

Eine Chirurgin und Mutter von zwei Kindern erzählt von ihrer Vorstellung, erst als Fachärztin Kinder zu bekommen und nun in der Notaufnahme zu arbeiten. Dafür gibt sie ihren Job in der Chirurgie auf.

Eine Allgemeinmedizinerin arbeitet in einer Rehaklinik. Um ihrem Mann den Rücken frei zu halten, gibt sie ihren Traum in der Urologie auf.

Doch ist diese Entscheidung, die Änderung des ursprünglich eingeplanten Weges, immer schlecht? Nein. Beide Ärztinnen können in ihren aktuellen Fachdisziplinen nun endlich sagen.

„Ich bin gleichberechtigt.“

Wer meinen Blog bereichern und anderen Frauen die Türen öffnen möchte mit seinen Erfahrungen, darf gerne mein Interview ausfüllen und es mir auf unfallchirurginundmutter[@]googlemail.com zurück schicken.

Ich freue mich sehr darauf und bin unglaublich dankbar für die vielen Rückmeldungen!

Eure

Unterschrift Lieschen Müller

Bildquelle: flickr.com, by liebeslakritze

Bitte einmal die Hose runterziehen

Der junge Mann errötet, als ich ihn bitte, die Hose runterzuziehen. Er hat sich eine Einblutung an der Leiste zugezogen. Dort einen Verband anzulegen, ist für alle Beteiligten nicht das Angenehmste. Als ich frage, ob er lieber von einem Mann versorgt werden möchte, winkt er ab.

Wegen einer traumatischen Einblutung in der Leiste – Fahrradlenker, die übliche Anamnese – werden wir ihm einen Hüftkompressionsverband anlegen müssen. Es hat sich bereits ein großes Hämatom gebildet, das in den nächsten Tagen ausgeräumt werden muss. 

Die Anlage ist lästig, weil sie ein paar Minuten dauert und für den Patienten nicht immer angenehm. Der Verband wird um die Hüften, Leisten und den betroffenen Oberschenkel gewickelt. Man ist gut beraten, dem Patienten das Vorgehen vorher zu erklären, wenn man nicht wegen Belästigung angeklagt werden möchte. 

„Sie werden wohl schon häufiger einen Mann gesehen haben.“

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Oberärztinnen berichten

Eine Oberärztin in der Allgemein- und Viszeralchirurgie und Mutter von zwei Kindern, berichtet in ihrem Interview über die Hürden, die Chirurgie und ihre Rolle als Mutter zu vereinbaren. Gleichzeitig macht sie der künftigen Generation Ärztinnen und Ärzten Mut. „Menschlichkeit und Persönliches zu zulassen macht authentisch.“ Sie rät dazu, zu wissen was man will und sich bewusst zu sein, was man kann.

„Ohne definierte Aufteilung und Regelung geht es nicht. Je nach Arbeitsplatzgestaltung lässt sich aber einiges planen.“

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Ich mach mit: #twankenhaus

Lieschen Müller macht mit beim #Twankenhaus

Ich bin Weiterbildungsassistentin im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie, Partnerin und Mutter. Seit ich Ärztin bin, sah und sehe ich viele meiner Kommiliton*innen und Arbeitskolleg*innen zweifeln. Von ursprünglich acht meiner besten Freundinnen, die in einem chirurgischen Fach angefangen haben, ist noch eine übrig.

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Ich pfeif auf die Leitlinien

Mann mit Pfeife als Schatten

Der Wetterumschwung zeigt seine Wirkung. Die „Rücken“ haben die Notaufnahme belagert.

Da wäre zum Beispiel Herr Grökü. Unspezifische Rückenschmerzen, einfach so. Ohne Vorwarnung habe es in den Rücken geschossen. Und jetzt könne er sich kaum mehr bewegen. Aber heute Abend müsse er bereits einem Freund beim Umzug helfen. Obwohl er doch eigentlich auch ohne diesen genug zu tun habe.

Ein Röntgenbild möchte er bitte. Ich verneine und berate ihn entsprechend. Aber er verlässt trotz Schmerzmittel ziemlich ungehalten die Notaufnahme. Direkt auf dem Weg in die Klinik 20 Minuten entfernt.

Ohne Röntgen wird es wahrscheinlich nicht besser.

Die Leitlinie „Kreuzschmerz“ ist eindeutig und sehr hilfreich. Aber trotz Bemühungen meinerseits, sie entsprechend umzusetzen und zu erklären, für viele Patienten leider nicht befriedigend.

Eine schnelle Diagnostik und Therapie muss her.

Sofort. Leitlinie hin oder her. „Ich pfeif auf die Leitlinien“ weiterlesen

Die Wellen überschlagen sich

Welle überschlägt

Es ist Februar.

Die Wellen überschlagen sich.

Ich erhalte von so vielen Frauen Emails und Nachrichten (über unfallchirurginundmutter[@]googlemail.com oder über twitter – MuellerLieschen), dass ich es fast nicht mehr abarbeiten kann.

Viele Ärztinnen und Mütter schreiben mir aus ihren Nachtdiensten, in einer ruhigen Minute oder vom Handy aus, wenn sie vor den Kinderzimmern sitzen, bis die Kinder eingeschlafen sind.

Es sind Frauen, die dankbar sind über die vielen Interviews. Frauen, die nach Beispielen suchen, wie eine Gleichstellung und Vereinbarkeit als Ärztin und Mutter möglich ist. Frauen, die sich dafür bedanken, dass ihre Ideen, ihre Gedanken und ihre Wünsche, einen Platz finden, gehört zu werden.

Auch die vielen Kommentare zu meinen Artikeln auf DocCheck.com, zeigen mir immer wieder, dass der Themenkreis um die Frauen in der Medizin, eine große Rolle spielt.

Es freut mich sehr, dass ihr so großes Interesse zeigt. Es freut mich, dass ihr euch so fleißig an den Interviews beteiligt und mit Beispielen meine  Homepage bereichert. Vielen DANK dafür!

Eine dieser Frauen, Ärztin, Anästhesistin und mehrfache Mutter, hat mir einen Beitrag geschickt, den ich freundlicherweise veröffentlichen darf – herzlichen Dank!

Anstatt nur zu fragen, gibt sie Antworten darauf, woran Gleichberechtigung scheitert. Außerdem liefert sie gleich ein paar Möglichkeiten mit, dies zu ändern.

Herzlichen Dank für deinen Beitrag!

„Meine Probleme mit dem Binnen-I“ oder „Woran Gleichberechtigung scheitert“ „Die Wellen überschlagen sich“ weiterlesen