Was ist, was bleibt?

Bäume im Nebel

Ich stehe in einem Tunnel, bin umgeben von Nebel. 

Es zischen Autos und Motorräder an mir vorbei. Die Menschen sind konzentriert, lachen, weinen oder singen. Ich muss mich anstrengen, ihre Gesichtszüge zu erkennen. Sie fliegen an mir vorbei. Die Geschwindigkeit ist atemberaubend.

Dort sitzt der Mann mit der Kreissägenverletzung an der Hand am Steuer. Hier schwirrt der Junge aus dem Schockraum umher. Im Auto weiter vorne erkenne ich ein luxiertes Sprunggelenk, das bereits soweit operiert ist, dass ich nur noch die Platte fest schrauben muss. Den Menschen dazu kann ich nicht erkennen. Ich glaube, es war eine Frau.

Hinter mir stehen Wäscheberge, das Bügeleisen, ein ungeschmückter Weihnachtsbaum.

Es wird eng.

Dort vorne wird der Nebel durchsichtiger. Hier bewegt sich etwas.

Ich erwache aus meiner Starre und beginne vorsichtig zu gehen. Immer ein Fuß nach dem anderen. Bis ich erkennen kann, wer dort auf mich wartet.

Mein Mann liegt laut lachend auf dem Boden. Der Zwerg turnt auf ihm herum, küsst und umarmt ihn. Als das Zwerglein mich sieht, rennt es auf mich zu und fällt lachend in meine Arme. Ich atme auf, der Nebel lichtet sich. Ich bin glücklich.

Der Traum ist nicht schwer zu deuten. 

Aus allen Erinnerungen, die ich in der Zeit gesammelt habe, seit ich wieder arbeite, bleiben die meisten in einem nebligen Dunst zurück.

Die Erinnerungen mit meiner Familie sind klar und hell. Sie sind wunderschön.

 

Mit nachdenklichen, aber glücklichen Grüßen

Eure

 

Unterschrift Lieschen Müller

Bildquelle: flickr.com, by June Marie

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