Selbstverantwortung? Miserable Umstände?

Jeder kennt sie. Die vielen viel zu übergewichtigen Frauen und Männer in unserer Gesellschaft. Selbst Schuld oder durch fremde Umstände entstanden… Es ist egal. Das Resultat ist das Gleiche. Bei Frau Sacher kenne ich die Gründe nicht. Ich kenne nur ihr viel zu schweres Bein, das ich halten muss. Lest weiter bei Doccheck.

4 Antworten auf „Selbstverantwortung? Miserable Umstände?“

  1. Vielen Dank.
    Das du so geantwortet hast, jetzt bist du mir wieder sympathischer 🙂
    So etwas zu lesen schockt und triggert einfach sehr und tut einfach weh. Und das obwohl ich eigentlich eine sehr selbstbewusste Frau bin (ich gehe trotz meinem Körper in die Sauna oder FKK an den See… ich trage meine Kompressionsbestrumpfung zu einem kurzen Rock… wehm es nicht gefällt soll wegschauen) aber eben so kleine Stiche gibt es doch. Diese idiotische Überlegung was die Bäckerin jetzt denkt wenn ich doch eine Butterbrezel kaufe statt einer ohne Butter (wahrscheinlich denkt sie gar nix dabei aber ich ertappe mich oft bei diesen Gedanken) …genauso Freunde die sich abwenden weil mein zu großer Körper „Mehrwert“ hat als ein großes Herz. Es ist ein endloses Thema.
    Mein Bein ist sicher auch schwer. Mit 120kg (allerdings auf 183cm verteilt) bin ich schon ordentlich dabei 😦
    Im Moment nehme ich noch ab durch die Übelkeit und das Brechen, das hört aber hoffentlich bald auf.
    Und interessanterweise habe ich seit ich schwanger bin kein oder fast kein Wasser mehr in den beinen, das wundert mich sehr, darf aber bitte so bleiben 🙂
    Und wer weis vielleicht hab ich irgendwann glück und mir wird die OP bezahlt, das wäre wunderbar.
    Liebe Grüße.

  2. Liebe Claudia, deine Leidensgeschichte zu lesen, macht mich traurig. Das scheint ein sehr harter, steiniger Weg gewesen sein, den du zurücklegen musstest. Umso mehr freut es mich, dass du mittlerweile die richtigen Ärzte gefunden hast und dein persönliches Glück mit der Geburt deines Kindes bald toppen kannst. Viele Geschichten und Posts auf meinem Blog sind überspitzte Formulierungen aus meinem Alltag, die eben schonungslos ehrlich sind. Das Bein war einfach sehr schwer. Nebenbei bemerkt, steht Frau Sacher ganz ehrlich zu ihrer Torte, die sie liebt. Was in meinem Post nicht steht, ist, dass ich mich mit Frau Sacher während dieses Ereignisses sehr gut unterhalten habe. Ich habe mit ihr über Ihren nächsten Urlaub gesprochen und über das wunderschöne Italien mit den schönen Seen und der vielen Sonne. Das hat sie in dieser Situation von dem unangenehmen Anblick ihres Sprunggelenkes abgelenkt. In meinem Alltag als Ärztin behandle ich alle Patienten freundlich und empathisch, ungeachtet dessen, wie hoch ihr BMI ist. Dieser Blog zeigt keine political correctness. Er soll anregen, weiterzudenken. Auch für uns Ärzte ist dieses Gesundheitssystem eine enorme Belastung, macht uns betroffen und wir fühlen uns verantwortlich. Genau deshalb kommt es wahrscheinlich zu solchen Situationen, dass man Patienten wie dir, nicht gerecht werden kann. Ich wünsche dir alles Gute auf deinem weiteren Lebensweg und das Beste für dein Baby.

  3. Hm.
    Sowas zu lesen tut mir weh.
    Du schreibst du kennst ihre Gründe nicht. Eben.
    Ich habe durch eine Krankheit innerhalb 1,5 Jahren 40kg zugenommen, ich bin dick, übergewichtig, je nach Ansicht auch fett.
    Vielleicht liege ich auch mal auf deiner Liege, du musst mein viel zu schweres Bein heben… du denkst drüber nach wieviele Torten ich so wöchentlich verdrücke und dir ist gar nicht bewusst was ich durch hab?
    Dann kann ich dir vielleicht gar nicht erzählen das ich Kuchen und Torte eigentlich gar nicht mag, es das nur zu Geburtstagen mal gibt, Fastfood und fettiges Zeug mir nur Bauchweh macht, ich versuche Fertigprodukte zu vermeiden.
    Würdest du meine Adern/Herz/Leber sehen würdest du sehen das sie nicht verfettet sind. Das wunderte jeden der Ärzte die ich aufgesucht habe. Vorurteile das ich doch bestimmt jeden Abend Pizza/Chips/Schokolade in mich reinstopfe -weil woher soll das sonst kommen- hab ich trotzdem unzensiert ins Gesicht gesagt bekommen. Von Ärzten.
    Jetzt bin ich froh meine Ärzte gefunden zu haben, die sich mit meiner Krankheit Lip/Lymphödem auskennen, die mir helfen statt mich zu beleidigen.
    Und wenn ich in einigen Monaten mein Baby bekomme hoffe ich eine gute Klinik gewählt zu haben, in denen ich nicht angeekelt/mitleidig oder sonst wie angeschaut werde. Das ich eine Hebamme habe die lieber mit mir drüber lacht anstatt genervt zu schauen wenn sie mir vielleicht hilft mein Bein zu halten.
    Ich esse weitaus weniger/gesünder als viele meiner schlanken Freunde, sollte ich doch mal in einen Schokoriegel beissen (wie neulich als mein kreislauf schlapp gemacht hat) bin ich es leid angeekelt angeschaut zu werden. Ich pflege auch meinen Körper, natürlich schwitze ich mehr und da bleibt das ein oder andere nicht aus aber es soll ja auch schlanke Menschen mit Problemen geben.
    Nur so als Denkanstoß. Extreme gibt es in jedem Bereich, ich persönlich finde betrunkene Menschen zum Beispiel sehr abstoßend oder ungesunder Körpergeruch, unabhängig vom Körperbau. Aber wahrscheinlich hätte ich vor 8 Jahren auch noch komplett anderst drüber gedacht.
    Grüßle
    Claudia

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