Respekt und Verständnislosigkeit

Vase mit Respekt

Mittlerweile kennt ihr schon viele Frauen und Mütter in der Medizin, die ihre ganz persönlichen Antworten auf die Interviews veröffentlicht haben.  Es sind alles Frauen, die sich trauen, einen Weg in der Medizin als Ärztin zu gehen und Kinder zu bekommen.

In einem System, das vorrangig von Männern dominiert und erschaffen ist, kein leichter Weg. Die Strukturen sind in vielen Bereichen bis heute auf das Weiterkommen der Männer ausgerichtet. Auch im privaten Umfeld sind die Reaktionen auf arbeitende Ärztinnen unterschiedlich.

„Fury Roadster“ ist Kinderärztin, arbeitet auf der neonatologischen Intensivstation und  trifft zum Beispiel auf Respekt und Verständnislosigkeit.

Ihr Interview ist ehrlich und hilfreich. Sie rät anderen Frauen dazu, ehrlich zu sich und anderen zu sein – nur wer weiß, was er möchte, erreicht seine Ziele. Danke für dein Interview!

Eine Ärztin, die überhaupt nicht damit gerechnet hat, schwanger zu werden, ist Psychiaterin „Fusselhirn“.

Sich für die Familie und Kinder zu entscheiden, war eine gemeinsame Entscheidung mit ihrem Partner, der mittlerweile seinen Beruf für die Kinder mit erhöhtem Betreuungsaufwand, aufgegeben hat. Sie arbeitet dafür als Vollzeit-Oberärztin. Ihr Interview ist gleichermaßen offen wie motivierend. Danke für das Interview!

Wer ebenfalls Teil des Blogs werden und anderen Frauen ihre Geschichte erzählen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Ich freue mich über jedes Interview! Das Interview einfach an unfallchirurginundmutter[@]googlemail.com senden.

Lest, stöbert und fasst Mut für euren eigenen Weg

Eure

Unterschrift Lieschen Müller

Die Patientin hat noch 1 Tag

1, Eins, One

Die heutige Visite wird ganz sicher ein Horrortrip. Der Chefarzt ist dabei und der Sozialdienst war länger krank. Viele Patienten bewegen sich gefährlich nah an der oberen Grenzverweildauer, einige haben sie längst überschritten. Bis Zimmer 6 hält der Chef es aus, dann brüllt er mich an.

Der Chefarzt begleitet heute Mittag die Visite. Vor jedem Zimmer bekommt er ein kurzes Briefing von mir, damit er weiß, welcher Patient sich im jeweiligen Zimmer befindet. Wir werden von einer größeren Gruppe begleitet. Sozialdienst, Physiotherapie, weitere Assistenzärzte, PJler, Bettenmanagement. 

Sollten sich Fragen ergeben, weiß jeder sofort die richtige Antwort. Ich bin für die Fragen zum medizinischen Hintergrund zuständig, der Sozialdienst für Fragen zu Hilfsmittel oder Kurzzeitpflege, die Physiotherapie kümmert sich um die Beweglichkeit und das Bettenmangement und um die Verweildauer. 

Der Chef braucht heute starke Nerven

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Abstellgleis? Nein danke!

Heute darf ich zwei Frauen vorstellen, die ihre ursprünglichen Karrierepläne änderten, um ihre Mutterrollen und ihre Rollen als Ärztinnen zu vereinbaren.

Eine Chirurgin und Mutter von zwei Kindern erzählt von ihrer Vorstellung, erst als Fachärztin Kinder zu bekommen und nun in der Notaufnahme zu arbeiten. Dafür gibt sie ihren Job in der Chirurgie auf.

Eine Allgemeinmedizinerin arbeitet in einer Rehaklinik. Um ihrem Mann den Rücken frei zu halten, gibt sie ihren Traum in der Urologie auf.

Doch ist diese Entscheidung, die Änderung des ursprünglich eingeplanten Weges, immer schlecht? Nein. Beide Ärztinnen können in ihren aktuellen Fachdisziplinen nun endlich sagen.

„Ich bin gleichberechtigt.“

Wer meinen Blog bereichern und anderen Frauen die Türen öffnen möchte mit seinen Erfahrungen, darf gerne mein Interview ausfüllen und es mir auf unfallchirurginundmutter[@]googlemail.com zurück schicken.

Ich freue mich sehr darauf und bin unglaublich dankbar für die vielen Rückmeldungen!

Eure

Unterschrift Lieschen Müller

Bildquelle: flickr.com, by liebeslakritze

Bitte einmal die Hose runterziehen

Der junge Mann errötet, als ich ihn bitte, die Hose runterzuziehen. Er hat sich eine Einblutung an der Leiste zugezogen. Dort einen Verband anzulegen, ist für alle Beteiligten nicht das Angenehmste. Als ich frage, ob er lieber von einem Mann versorgt werden möchte, winkt er ab.

Wegen einer traumatischen Einblutung in der Leiste – Fahrradlenker, die übliche Anamnese – werden wir ihm einen Hüftkompressionsverband anlegen müssen. Es hat sich bereits ein großes Hämatom gebildet, das in den nächsten Tagen ausgeräumt werden muss. 

Die Anlage ist lästig, weil sie ein paar Minuten dauert und für den Patienten nicht immer angenehm. Der Verband wird um die Hüften, Leisten und den betroffenen Oberschenkel gewickelt. Man ist gut beraten, dem Patienten das Vorgehen vorher zu erklären, wenn man nicht wegen Belästigung angeklagt werden möchte. 

„Sie werden wohl schon häufiger einen Mann gesehen haben.“

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Oberärztinnen berichten

Eine Oberärztin in der Allgemein- und Viszeralchirurgie und Mutter von zwei Kindern, berichtet in ihrem Interview über die Hürden, die Chirurgie und ihre Rolle als Mutter zu vereinbaren. Gleichzeitig macht sie der künftigen Generation Ärztinnen und Ärzten Mut. „Menschlichkeit und Persönliches zu zulassen macht authentisch.“ Sie rät dazu, zu wissen was man will und sich bewusst zu sein, was man kann.

„Ohne definierte Aufteilung und Regelung geht es nicht. Je nach Arbeitsplatzgestaltung lässt sich aber einiges planen.“

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Ich mach mit: #twankenhaus

Lieschen Müller macht mit beim #Twankenhaus

Ich bin Weiterbildungsassistentin im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie, Partnerin und Mutter. Seit ich Ärztin bin, sah und sehe ich viele meiner Kommiliton*innen und Arbeitskolleg*innen zweifeln. Von ursprünglich acht meiner besten Freundinnen, die in einem chirurgischen Fach angefangen haben, ist noch eine übrig.

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